Die lieben Hauptstrom-Medien und die ach so objektive Berichterstattung. Die tagesschau berichtet: “Fast nie schwere Nebenwirkungen”. Fragt man sich als erstes, was wohl mit “fast nie” gemeint ist? “Bei 0,3 von 1000 Impfdosen gab es einen Verdacht auf schwere Nebenwirkungen”. 0,3 von 1.000, dies entspricht 0,3 Promille oder 0,03 Prozent.

Von den unter Fünfzigjährigen sterben etwa 0,00008 Prozent an Corona. Setzt man rein diese Zahlen in Bezug zueinander, so erleiden 375 mal so viele Menschen schwere Nebenwirkungen durch Impfungen als unter Fünfzigjährige an einer Erkrankung sterben. Was wären nun 0,00008 Prozent auf einer Skala, auf der 0,03 Prozent “fast nie” entsprechen?

Noch am 19.03.2021 wurde es für “wahrscheinlich gehalten”, dass die britische Corona Mutation B.1.1.7 tödlicher ist als das Original. Unter anderem damit wurde auch die “Osterruhe” begründet. Doch bereits am 24.03.2021 zitiert RND britische Forscher, dass dem nicht so sei. Von 55.000 Personen verstarben 227 an der neuen Variante. Das entspricht einer Sterblichkeit von 0,41 Prozent. Ganz nebenbei wird noch erwähnt, dass die Sterberate für das ursprüngliche Virus, berechnet basierend auf einer gleich großen Stichprobe, bei 0,25 Prozent liegt. Bei Grippe liegt die Sterberate bei 0,2 Prozent. Auf der einen Seite wirken 0,41 nicht beträchtlich größer als 0,25, auf der anderen Seite sind 0,41 Prozent 1,64 mal so viel wie 0,25 Prozent. Das B.1.1.7 Virus hat somit eine um zwei Drittel höhere Sterberate als das Original. Nur auf Grund der Darstellung der Zahlen wird eine ganz andere Wirkung beim Empfänger der Nachricht erzielt.

Die tödlichste Infektionskrankheit unserer Zeit vor Corona war Tuberkulose. Von etwa 10 Millionen weltweiten Erkrankungsfällen starben über 1,5 Millionen. Das entspricht einer Sterberate von 15 Prozent. Betroffen sind vor allem ärmere Länder. Hat man deshalb Lockdowns beschlossen? Hat man deshalb Grundrechte eingeschränkt?

Vermuten ist eben nicht gleich wissen. Und Zahlen kann man entweder so oder so darstellen. Wann hört die Exekutive endlich auf, basierend auf Vermutungen und Zahlenspielereien Entscheidungen zu treffen? Man kann zumindest erwarten, dass zum einen Bezüge zu anderen Krankheiten hergestellt werden und zum zweiten diese Vermutungen schnellst möglich geprüft werden. Sollte sich aus den Vergleichen eine relative Harmlosigkeit ergeben oder sollten sich Vermutungen als falsch herausstellen, müssen die auf den Vermutungen basierenden Maßnahmen zurück genommen werden. Allerdings hätte man auch erwarten können, dass Grundrechte erst gar nicht außer Kraft gesetzt worden wären.

2 Gedanken zu „Corona: Zahlenspiele und Vermutungen“
  1. Jetzt hab ich das auch mit dem Datum richtig gesehen. Bin mal gespannt ob die Verlinkung in Facebook noch ein paar Besucher mehr gebracht hat.
    Als nächstes kann man sich ja mal die dritte Welle anhand der Sterbezahlen mal anschauen. Ist ja schon makaber, dass man auf solche Parameter schielt um ein Gefühl dafür zu bekommen wie bedrohlich die Situation wirklich ist.
    In der Zwischenzeit lohnt dann auch mal wieder ein Blick zum statistischen Bundesamt, wo zumindest die bisherigen Sterbezahlen für März wieder einen Rekordmonat aufzeigen. Zum Glück die niedrigste Sterberate auf deutschem Boden in der Menschheitsgeschichte. Wenn man als Marsianer (oder als Bewohner der dritten Welt) nur die Zahlen sehen würde, könnte man glauben, dass Deutsche besonders irrationale Menschen sind.

    1. Dazu passt, dass die Fallsterblichkeitsrate aktuell auf etwa 1 Prozent gesunken ist. Die abnehmende Tendenz der Sterbezahlen verlangsamt sich allerdings. Auf die Entwicklung dieser Zahlen wird man weiterhin achten müssen. Die Impfungen können offenbar die Zunahme der Infektionszahlen nicht verhindern. Wobei man die Inzidenz, wie vom RKI publiziert, mit Vorsicht genießen muss.

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