Manchmal darf man sich auch mal selbst loben ;-). Am 17.04.2021 veröffentlichte ich einen Beitrag, in dem der Verlauf täglicher Neuinfektionen mit der Belegung von Intensivbetten mit Coronapatienten sowie dem Verlauf täglicher Sterbefälle verglichen wurde. Dabei wurde festgestellt, dass im Sommer 2020, zwischen erster und zweiter Welle, die Zahl täglicher Sterbefälle auf zwei Prozent des Maximums der ersten Welle abgefallen war. Das bedeutet, die Zahl der Coronatoten war im Sommer um den Faktor 50 gegenüber dem Maximum der ersten Welle gefallen. Im Gegensatz dazu war der relative Anteil täglicher Neuinfektionen sowie die Intensivbettenbelegung nur auf acht Prozent des jeweiligen Maximums aus der ersten Welle gefallen. Damit war deren Zahl jeweils um einen Faktor von 12,5 niedriger.

Die Zahl täglicher Sterbefälle war damit viermal stärker gefallen als Neuinfektionsrate und Intensivbettenbelegung. Dies ist schwer zu erklären, wenn man eine konstante Sterberate unterstellt. Im betrachteten Zeitraum von Mitte März bis Mitte September 2020 waren noch keine Mutationen beobachtet worden. Die Verteilung der Toten auf die Altersklassen hat sich in dieser Zeit ebenfalls nicht verändert. Mir sind für diesen Zeitraum keine Hinweise bekannt, die eine Änderung der Sterberate erklären könnten. Für Neuinfektionen lässt sich zumindest ein Teil der Abweichung durch so genante falsch-positive PCR Tests erklären.

Am Ende des Beitrags spekulierte, dass möglicherweise auch Fehler bei der Bestimmung der Zahl belegter Intensivbetten durch Coronapatienten gemacht werden. Wochenblick.at berichtet am 29.04.2021 von solchen Fehlern: Bei der Verlegung von Patienten von einer Intensivstation auf eine andere kommt es zu Mehrfachzählungen. Weiterhin kommt dazu, dass bei Patienten, die mit einem Oberschenkelhalsbruch auf die Intensivstation kommen, was offenbar häufig der Fall ist, ein PCR Test durchgeführt wird. Ist dieser Test positiv, wird der Patient als Corona-Intensivpatient gezählt.

Schlussfolgerung

Basierend auf dieser Betrachtung und einer früheren Analyse, behaupte ich, dass bei relativ niedriger Prävalenz eine bis zu vierfach überschätzte Inzidenz sowie Belegungszahlen von Intensivbetten veröffentlicht werden. Bei einer Inzidenz von etwa 160, wie in diesen Tagen vom RKI veröffentlicht, würde dies bedeuten, dass die tatsächliche Inzidenz nur bei etwa 40 liegt. Das ist weit weg von jener Inzidenz 100, aus der automatisch Grundrechtseinschränkungen abgeleitet werden.

Seit Beginn der Pandemie sind mehr als achtzig tausend Menschen an einer Sars-Cov-2 Infektion gestorben. Darüber hinaus gibt es Menschen, die mit Langzeitfolgen kämpfen. Man ist es diesen Menschen aber gerade auch alĺen Gesunden und besonders Kindern schuldig, Zahlenmaterial mit hoher Qualität zu erarbeiten und zur Verfügung zu stellen. Nur auf der Basis echter Werte können richtige Maßnahmen beschlossen werden. Und nur richtige Maßnahmen werden Menschen helfen.

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