Schaut man sich die Entwicklung der Zahl aller mit Sars-Cov-2 Infizierter an, erkennt man zum einen, dass es sich dabei um einen sigmoidalen Verlauf handelt und zum anderen, dass sich die Entwicklung dieser Zahl aktuell in der Plateauphase befindet. Letzteres heißt, es kommen immer weniger Neuinfizierte pro Tag hinzu. Das gilt nicht nur für Deutschland sondern auch für Schweden und alle anderen Länder.

Da der Reproduktionsfaktor als eine kritische Größe betrachtet wird, möchte ich den Verlauf von R auch für andere Länder untersuchen. In diesem Beitrag wird der Verlauf von R für Schweden vorgestellt, wobei auf den Zeitraum fokussiert wird, in dem die Entwicklung der Zahl der Infizierten sich in der Plateauphase befindet. Zunächst fällt auf, dass auch für Schweden R oszilliert, im Gegensatz zu Österreich mit fallender Tendenz. Die Amplitude ist ähnlich zu der, die für Deutschland ermittelt wurde (siehe erstes Bild).

Vergrößert man in den Bereich, in dem R unter 1 liegt, circa ab Tag 75, fällt auf, dass R in der Form zweier überlagerter Sinusfunktionen schwankt (siehe zweites Bild). Die Periodendauer der Sinusfunktion mit der größeren Frequenz liegt bei circa 17 Tagen. Die Periodendauer der Sinusfunktion mit der kleineren Frequenz liegt bei etwa 64 Tagen. Ob die schnellere Funktion von einer anderen Sinusfunktion oder zum Beispiel einer Geraden mit einer positiven Steigung überlagert wird, lässt sich im Moment noch nicht sagen. Bei einer Periodendauer von 64 Tagen wird man da noch einige Wochen abwarten müssen.

Prognose

Der Reproduktionsfaktor für Schweden wird durch mehrere sich überlagernde Prozesse bestimmt. Eine schnellere Schwingung wird von einer um das circa vierfach langsamere überlagert. Stimmen die berechneten Periodendauern, kann man prognostizieren, dass R für Schweden in Kürze für 4 Wochen größer 1 sein wird.
Allerdings gehe ich davon aus, dass die Schwingungen eher gedämpfter Natur sind, was so viel bedeutet, dass ihre Amplitude mit der Zeit kleiner wird. Das gilt vor allem dann, wenn es keine zweite Infektionswelle gibt. Weiterhin erwarte ich für Schweden, dass sich ein leicht fallender Trend ausprägt.

Ein deutliches Abweichen der echten Daten nach oben kann als Hinweis auf den Beginn einer zweite Welle interpretiert werden.

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