Die These mag mutig klingen, aber so klare Effekte, wie die kurz nach dem Auftreten der Omikron Variante, waren bislang nicht zu beobachten. Etwa zwei Wochen nach Auftreten der ersten Omikron Fälle in Deutschland Ende November sinkt die Zahl der Covid19 Fälle, die auf Intensivstation verlegt werden und knapp drei Wochen später sinkt die Zahl der Toten. Keine andere Maßnahme konnte Vergleichbares erzielen, kein Lockdown (wie ich meines Wissens als erster weltweit zeigen konnte) und nicht die Impfung.

Die im folgenden gezeigten Daten gelten für Deutschland und stammen vom RKI, DIVI und destatis.

Intensivbettenbelegung

Die folgende Abbildung zeigt den Verlauf der durch Covid19 Patienten belegten Intensivbetten. Die schwarze Kurve zeigt die Daten für 2020, die rote Kurve für 2021. Die Daten sind auf das Maximum normiert. Die cyan-farbene Kurve zeigt den Verlauf der Impfquote.

Die schwarzen Pfeile zeigen den zweiten Lockdown – light (links) sowie harter Lockdown (rechts) – in 2020. Der ocker-farbene Pfeil zeigt die ersten Beobachtungen der Omikron Variante in Deutschland Ende November 2021. Die Belegung der Intensivbetten nimmt während des Lockdowns unbeirrt weiter zu (schwarze Kurve). Am 27.12.2020 wurde mit der Impfung begonnen. Doch trotz zunehmender Impfquote ist die Belegung der Intensivbetten 2021 höher als 2020. Erst circa zwei Wochen nach dem ersten Auftreten der Omikron Variante fallen die Zahlen für 2021 deutlich unter die Werte von 2020.

Covid19 Tote

Die folgende Abbildung zeigt den Verlauf der Covid19 Toten pro hunderttausend und Woche für 2020 (schwarz) und 2021 (rot) sowie den Verlauf der Impfquote in 2021 (cyan). Pfeile wie oben beschrieben.

Die Zahl der Toten nimmt während des Lockdowns unbeirrt weiter zu (schwarze Kurve). Am 27.12.2020 wurde mit der Impfung begonnen. Doch trotz zunehmender Impfquote ist die Zahl der Toten 2021 höher oder in etwa gleich hoch wie 2020. Erst circa drei Wochen nach dem ersten Auftreten der Omikron Variante fallen die Zahlen für 2021 deutlich unter die Werte von 2020.

Übersterblichkeit

Die folgende Abbildung zeigt den Verlauf der Übersterblichkeit für 2020 (schwarz) und 2021 (rot) sowie den Mittelwert der Jahre 2016 bis 2019 (blau). Pfeile wie oben beschrieben.

Man erkennt deutlich, wie die Übersterblichkeit 2020 während des Lockdowns stark zunimmt im Vergleich zu den Vorjahren. Auch ist sie ab etwa Kalenderwoche 14 höher als in den Vorjahren. 2021 ist die Übersterblichkeit in den meisten Monaten höher als 2020 und vor allem in den Monaten Oktober und November deutlich über den Werten der Vorjahre einschließlich 2020. Erst circa drei Wochen nach dem ersten Auftreten der Omikron Variante fallen die Zahlen für 2021 deutlich unter die Werte von 2020.

Inzidenz

Die folgenden beiden Abbildungen zeigen den Verlauf der Inzidenz für 2020 (schwarz) und 2021 (rot). Die linke Abbildung zeigt die Zahlen, wie vom RKI publiziert. Außerdem ist der Verlauf der Impfquote in Prozent für 2021 gezeigt (cyan). Die rechte Abbildung zeigt die Zahlen normiert auf die Anzahl der durchgeführten Tests (grün, durchgezogen für 2020, gestrichelt für 2021). Pfeile wie oben beschrieben.

Die Inzidenz ist im gesamten Jahr 2021 höher als 2020. Dies gilt für beide Darstellungen. In der rechten Abbildung ist zu erkennen, dass die Inzidenz trotz Lockdown weiter steigt. Der flachere Verlauf der schwarzen Kurve in der linken Abbildung ist im Wesentlichen durch einen vorübergehenden Rückgang der Testzahlen zu erklären. Die Zunahme der Inzidenz stoppt kurz vor dem Auftreten der ersten Omikron Fälle, aber eben nicht danach. Das bedeutet, dass das Auftreten der neuen Variante diese Verlangsamung nicht erklären kann. Auf der anderen Seite verlangsamt sich die Zunahme der Inzidenz erst einige Monate und damit eben nicht in zeitlicher Nähe zur Zunahme der Impfquote auf über 60 Prozent.

Die Inzidenz dürfte damit nicht oder nur unwesentlich vom Auftreten der neuen Variante beeinflusst sein. Die nächsten Wochen werden zeigen müssen, ob die Inzidenz sogar wieder zunimmt, wenn, wie angenommen, die Infektiösität dieser Variante tatsächlich höher ist als die ihrer Vorläufer.

Fallsterblichkeitsrate

Der unterschiedliche Verlauf der Zahl der Toten sowie der Inzidenz wirkt sich auch auf die Fallsterblichkeitsrate (FSR) aus. Die folgende Abbildung zeigt den Verlauf der FSR für 2020 (schwarz) und 2021 (rot) sowie den Verlauf der Impfquote in 2021 (cyan). Pfeile wie oben beschrieben.

Die FSR ist im gesamten Jahr 2021 höher als 2020 (mit Ausnahme des Beginns der Pandemie). Man erkennt, dass die FSR während des Lockdowns zunächst abflacht und dann weiter zunimmt (schwarze Kurve). Am 27.12.2020 wurde mit der Impfung begonnen. Doch trotz zunehmender Impfquote ist die FSR bis etwa Mitte September 2021 höher oder in etwa gleich hoch wie 2020. Erst danach flacht die Kurve ab. Wenn man dies mit der zunehmenden Impfquote erklären möchte, wird es schwierig, die deutliche Zunahme der FSR im Sommer 2021 zu erklären, wenn die Impfquote die höchste Zuwachsrate verzeichnet. Etwa zwei Wochen nach dem ersten Auftreten der Omikron Variante fällt die FSR deutlich.

Zusammenfassung

Die kritischen Parameter, Intensivbettenbelegung und Zahl der Toten und damit der Fallsterblichkeitsrate nehmen in großer zeitlicher Nähe zum Auftreten der Omikron Variante ab. Lockdowns sowie zunehmende Impfquote lassen hingegen keinen zeitlichen Zusammenhang mit einer Verbesserung der Werte erkennen.

Man wird das Frühjahr 2022 und damit die nächste Erkältungsperiode abwarten müssen und beobachten, wie sich die Lage entwickelt. Sollte sich der gerade einstellende Trend bestätigen – die zeitliche Nähe der Verbesserungen zum Auftreten der Omikron Variante deuten daraufhin – dann sollte man mit einem baldigen Ende der Pandemie rechnen dürfen. Harte Maßnahmen wie ein Lockdown, die Ungleichbehandlung der Ungeimpften sowie eine Impfpflicht erscheinen in Bezug zu den hier gezeigten Daten nicht haltbar.

Ein Gedanke zu „Omikron beendet die Pandemie“
  1. Also kann man verkürzt sagen (wie im Fazit ja schon gesagt). Die Impfung hat wohl keinen positiven Effekt auf die Sterblichkeit gehabt. Dieser Effekt ist auch auf keinen Fall stärker als der Effekt einer neuen Variante auf die Sterblichkeit. Man könnte natürlich noch gewagtere Hypothesen bilden wie :
    a) Da die Impfung augenscheinlich negativ mit der Sterblichkeit korreliert könnte sie einen negativen ursächlichen Effekt haben und
    b) Die Impfung könnte insofern positiv gewesen sein als das sie eine Variante hervorgebracht hat, die eine Sterblichkeit unterhalb einer saisonalen Grippe herbeiführt. ( Na ja Südafrika spricht gegen die Hypothese 🙂

    Auf jeden Fall mal danke für die schöne Zusammenfassung und die klare Aufbereitung der Daten. Ansonsten ist man ja auf sein Bauchgefühl und die unseriöse Berichterstattung in den öffentlichen angewiesen. Und da wimmelt es ja von unwissenschaftlichen Aussagen.

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